Mobile, Video, Audio und Social – die ARD/ZDF-Onlinestudie 2017, Part II

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Mobile – Die „Unterwegsnutzung“

Der allgemeine Trend weg von Desktop und hin zu Mobile wird auch in der ARD/ZDF-Onlinestudie deutlich. Und noch deutlicher wird, dass es sich hier um eine Generationsfrage handelt. Stagniert die Zahl der jungen User zwischen 14 und 29 überraschend (von 64 auf 63 tägliche Nutzung) – die Studie vermutet eine Sättigung des Markts – so wächst die tägliche Nutzung von Mobile-Devices bei der Gruppe der 30- bis 49-Jährigen mit 5 % am stärksten (von 36 auf 41 %).

Langsamer ist das Wachstum bei den 50 bis 69-Jährigen von 12 auf 14 Prozentpunkte, wohingegen bei den Ü70ern nur 1 % mobil surft. Zudem wächst die Anzahl der männlichen Mobile-Surfer im Jahresvergleich schneller als die der weiblichen – alles Zahlen, die gerade im Bezug auf das Targeting interessant sein sollten.

Mobile Nutzung der Deutschen 2015 bis 2017

Unterwegsnutzung in den Jahren 2015 bis 2017 (Screenshot Onlinestudie Koch/Frees)

Video und Audionutzung der Deutschen

Bei der Online-Video- und Audionutzung der Deutschen gibt es laut ARD/ZDF-Onlinestudie vor allem zwei große Gewinner. Im Videobereich können sich Streaming-Anbieter wie Netflix, Amazon Prime, Maxdome und Co freuen. Diese werden im Jahr 2017 nämlich 11 % häufiger als noch im Jahr 2016 genutzt (Anstieg von 12 auf 23 %). Dagegen ist generell ein Rückgang der Video-Nutzung zu beobachten. Schauten 2016 wöchentlich wenigstens 56 % einmal online Videos, so sind es heute nur noch 53 %. Auch die Nutzung von Videoportalen wie Youtube oder MyVideo hat nachgelassen – 2016 wurden sie von 33 % der User genutzt, 2017 steht ein Verlust von 2 % in der Online-Studie

Audio hingegen boomt. Hörte 2016 nur ein Drittel online Musik, Pocasts oder Audiobooks, so sind es im Jahr 2017 stolze 46 %. Besonders stark zu dieser Entwicklung trägt Musik-Streaming bei. Hier verdoppelte sich der Vorjahreswert beinahe auf einen Anteil von 20 % bei der wöchentlichen Nutzung. Ebenfalls beliebter als noch in der ARD/ZDF-Onlinestudie 2016: Radio-Livestreams, die 2017 zwei Prozentpunkte hinzugewonnen haben. Also Online-Marketer: MACHT MEHR PODCASTS und gewinnt so an Reichweite.

Die Entwicklung bei Social Media und WhatsApp in der ARD/ZDF-Onlinestudie

Allgemein können die großen Social-Media-Plattformen die deutschen Nutzer nicht mehr so richtig begeistern. Jedenfalls sinkt hier die tägliche und wöchentliche Nutzung. Platzhirsch Facebook verzeichnet einen leichten Rückgang von 34 auf 33 %, Instagram stagniert bei 9 %, Twitter verliert auf niedrigem Niveau abermals einen Prozentpunkt (von 4 auf 3 %) und lediglich Snapchat macht ein Pünktchen gut von 5 % im Jahr 2016 auf 6 % 2017.

Popularität Sozialer Netzwerke in Deutschland laut ARD/ZDF-Onlinestudie

Starkes WhatsApp, stagnierendes Facebook, armes Twitter (Screenshot Onlinestudie Koch/Frees)

 

Ordentlichen Zuwachs verzeichnet die ARD/ZDF-Onlinestudie 2017 alleine bei WhatsApp, das sich für seine Nutzer auch immer mehr vom reinen SMS-Ersatz zur Social-Media-App wandelt. Nutzen 2016 „nur“ 58 % der Deutschen WhatsApp mindestens einmal wöchentlich, so stieg dieser Wert im neuen Jahr auf 64 %. Aber Halt! Denn rechnet man den WhatsApp-Wert mit Facebook, dem Mutterkonzern seit 2014, zusammen, sehen die Zahlen besser aus. Und wenn man dann noch Instagram hinzu addiert, ergibt sich in Deutschland beinahe schon ein Social-Media-Monopol für Mark Zuckerbergs Firmenkonglomerat.

Und hier, im ersten Teil der Auswertung der ARD/ZDF-Onlinestudie, findet Ihr meine Giphy-Auswertung. 

 

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Über den Autor

Nach geisteswissenschaftlichem Studium, Gründung eines eigenen Verlags, der bescheiden GROSSKONZERN getauft wurde, Buchveröffentlichungen als Autor und Verleger sowie einer Karriere als Online-Redakteur in Start-ups, bei ulmen.tv und woanders, schreibt Florian nun Qualitätstexte aller Art für die Kunden von spacedealer.

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