Im Social Media Marketing Bootcamp bei Lucas Hoffmann

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Lucas Hoffmann gilt als einer DER Social-Media-Gurus im DACH-Raum – und genau das zeigte er auch auf seinem spannenden Social Media Marketing Bootcamp Anfang April in Berlin. Und hier sind nun die wichtigsten Learnings, die interessantesten Einblicke und die besten Tipps aus seinem Seminar. Lest, wie man auf welchen Social-Media-Channels Follower gewinnt, diese hält und sie im Idealfall zu Kunden konvertiert.

Lucas Hoffmanns Social Media Marketing Bootcamp

Die sozialen Medien gewinnen immer mehr Einfluss. Neben der persönlichen Kommunikation mit Freunden und Bekannten, wird auch mit Brands gesprochen, werden Reviews geschrieben, wird nach Produkten gesucht, wird geworben, geteilt und „ge-influenced“, was das Zeug hält. Platzhirsch ist immer noch Facebook, aber das Spektrum im Social-Media-Bereich ist viel, viel breiter. Umso wichtiger ist es für eine Brand, auf den interessantesten Plattformen auch präsent zu sein und so Kunden zu gewinnen. Das Mittel der Wahl ist immer eine clevere Social-Media-Strategie, denn über die Jahre hat sich die organische Reichweite per Fan ohne Einsatz von Werbung deutlich verschlechtert.

Werbung lohnt sich, zeigt der edgeranktracker-Screenshot

Ohne Einsatz von Moos nix los: Verlauf der organischen Reichweite per Fan ohne Werbebudget (Quelle: edgeranktracker.com)

5 Schritte zu einer gelungenen Social-Media-Strategie

Laut Lucas Hoffmann gliedert sich eine erfolgsversprechende Strategien für Soziale Medien in fünf einzelne Schritte:

5 Schritte zum Social-Media-Erfolg

  1. Definieren Sie Ihre Ziele!
  2. Wählen Sie die adäquaten Plattformen aus!
  3. Finden Sie die richtige Stimme und Tonalität!
  4. Erstellen Sie darauf abgestimmten Content!
  5. Überwachen Sie die getroffenen Maßnahmen und passen Sie sie zeitnah an!

Wie definiere ich Ziele für Social Media?

Zunächst gilt es, zwischen kurzfristigen und langfristigen Zielen zu differenzieren. Generell ist es zumeist so, dass man sich und seine Marke langfristig auf dem Markt etablieren bzw. stärken, neue Kooperationen schließen und Neukunden gewinnen möchte. Diese Ziele sollte man stetig im Auge behalten, während man an den kurzfristigen Zielen arbeitet. Hier geht es darum, Influencer für die Brand zu gewinnen, regelmäßig z. B. mindestens zwei tägliche Facebok-Postings einzustellen und im Idealfall so 150 neue Fans pro Woche zu generieren.

Wichtig hierbei: Ihre Ziele sollten nicht unrealistisch sein, sondern sogenannte „Smart Ziele“. Das bedeutet, diese Ziele sollten spezifisch, messbar, ausführbar, realistisch und terminiert sein. Die Brand als solche muss sich überall, sowohl offline als auch online, einheitlich darstellen. Es ist wichtig, nicht direkt bei den Social-Media-Zielen zu starten, sondern vorher auch noch die weiteren Schritte durchdacht zu haben. Wie man am Schaubild sieht, definiert man zunächst die Business Mission, aus der sich wiederum die Business-Ziele ergeben, die sich nochmals in die Ziele der jeweiligen einzelnen Departments aufteilen. Erst hier setzt man nun mit den Social Media Zielen an. Das ergibt einen funktionierenden Funnel. Zudem, so Hoffmann in seinem Bootcamp, solle man seine Social-Media-Taktik nicht länger als drei Monate im Voraus planen, denn „Kanäle und Trends ändern sich online schnell“.

Funnel based on presentation by Angie Schottmuller

Von der Business Mission zu den Social Media Metrics (Quelle: Angie Schottmuller)

Wie wähle ich die richtigen Plattformen für meine Social-Media-Strategie?

Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat, Google+, LinkedIn, Pinterest, WeChat, Tumblr, Weibo, WhatsApp, YouTube, Baidu Tieba, Viber … es gibt unzählige Social-Media-Plattformen und auf jeder tummeln sich unterschiedliche Zielgruppen mit verschiedenen Interessen, in diversen Altersbereichen, mit differenzierten sozialen, wirtschaftlichen und familiären Hintergründen. Hier die richtigen Plattformen herauszufinden, die Ihrer Brand potenzielle Kunden zuführt, ist eine kleine Herausforderung und erfordert etwas Recherche.

Ein erster Schritt, der sicher weiterhilft, ist der Einsatz von Tools wie Buzzsumo. Hier lässt sich schnell herausfinden, welche Themen und Inhalte auf welcher Plattform am häufigsten geteilt werden. Haben Sie sich anschließend für ein Portfolio an Plattformen entschieden, geht es ans Design des Social-Media-Auftritts. Hier gilt es, besonderes Augenmerk auf die Punkte Profilbild, Hintergrundbild sowie Unternehmensbeschreibung (Über uns) zu legen. Das sind die drei Bereiche, die die ersten Touchpoints mit potenziellen Kunden bilden. Firmen, die alle drei Punkte mit Inhalten gefüllt haben, erzielen eine höhere Klickrate, d. h. sie fördern das Engagement bei geposteten Videos, Bildern und Texten.

Welche Tonalität für welche Plattform für welche Target Group?

Ebenfalls wichtig: die Tonalität des Auftritts. Und hier primär im Vordergrund: die Über-uns-Seite, die am meisten angeklickte Seite im Social-Media-Bereich. Deshalb sollte sie exakt auf die Kunden bzw. die richtige Zielgruppe ausgerichtet sein. Da stellen sich dann Fragen wie: „Duze ich oder sieze ich die Seitenbesucher?“, „Schreibe ich eher formell oder informell?“, „Schlage ich einen lockeren Ton an oder eher einen seriösen?“

Social Media Brand Voice by Stephanie Schwab

Die Markenstimme in Social Media (Quelle: Stephanie Schwab)

Um hier gute Arbeit abzuliefern, sollte man sich zunächst verschiedene „Personas“ aufbauen und deren Rolle im Kaufverhalten definieren. Wie alt ist z. B. die Persona „Berufstätige Mutter“? Auf welchen Plattformen trifft man sie an? Wann ist sie vermutlich online unterwegs? Wo sucht sie nach Informationen? Was steht für sie im Vordergrund? Wo liegen ihre größten Sorgen? Welche Dinge mag sie, was sorgt bei ihr für Stress, und, und, und.

Persona-Beispiel Busy Mom

Beispiel-Persona „Geschäftige Mom“

Welchen Content teile ich wann und wo in Social Media?

Egal, auf welcher Social-Media-Plattform Sie präsent sind, erfolgreich sind Sie dort nur, wenn Sie guten Content präsentieren. Und das gilt sowohl für selbst erstellte Postings wie auch für kuratierten Content, also Inhalte aus anderen Quellen. Vor allem letztgenannter hilft, ohne eigene Inhalte erstellen zu müssen, die eigene Expertise in seinem Bereich zu demonstrieren. Oft ist sie ein erster Schritt, um neue Kooperationen aufzubauen. Fragen Sie sich also die vier großen W-Fragen:

Die vier wichtigsten W-Fragen zum Content im Social-Media-Marketing

  1. Was teile ich?
  2. Welche Form von Content teile ich? Texte? Bilder? Texte & Bilder? Videos?
  3. Wann, zu welcher Uhrzeit/zu welchem Datum, teile ich etwas?
  4. Wo, auf welcher Plattform, in welchen Unterbereichen oder Gruppen, teile ich meine Inhalte?

Sicher kommt es auch immer darauf an, in welcher Phase des Sales Funnels Sie sich befinden, wenn Sie Content Marketing betreiben. Geht es darum, „Awareness“ zu schaffen oder „Interest“ zu wecken? Möchten Sie die Brand Performance stärken („Consideration“) oder Kunden konvertieren („Decision“)?

Hier sollten Sie auch bekannte Statistiken berücksichtigen. So ist belegt, dass Video-Posts 135 Prozent mehr Engagement provozieren als reine Bilder-Postings. Es geht darum, das Vertrauen der Social-Media-User zu gewinnen und auszubauen. Das funktioniert oft gut in Gruppen in sozialen Medien, aber auch auf andere Art und Weise. Verschiedene Marken und Online Marketer haben sich eine riesige Followerschaft über Portale wie gutefrage.net bzw. Quora aufgebaut.

Der Einsatz von Influencern im Social Media Marketing

Aber auch Influencer bieten eine Möglichkeit, Vertrauen zu gewinnen. Der Grund: Sie besitzen eine große Followerschaft und damit eine riesige Reichweite. Und dabei müssen nicht einmal immer die großen (teuren) Influencer gemeint sein. Schon kleinere Influencer mit 1.500 Followern, sogenannte Micro-Influencer, können nachhaltig Einfluss nehmen auf eine relevante Zielgruppe.

Das Beispiel, das Lucas Hoffmann hier nannte, klingt einleuchtend. Ein Micro-Influencer, der gerne Veranstaltungs- und Restauranttipps in und um Wien teilt, kann für ein neu eröffnetes Caféhaus dort wesentlich relevanter sein, als eine teuer eingekaufte Bibi, Dagi oder Sonstwie.

Überwachen, testen, anpassen: Das tägliche Geschäft in Social Media

Nachdem Sie Ihre KPIs definiert haben, steht neben der Produktion des Contents für die verschiedenen Social-Media-Kanäle die stetige Messung und Überwachung der Channels im Vordergrund. Um eine gute Performance zu erreichen, sind hier A/B-Testings essenziell. Hier nur fünf Beispiele:

A/B-Testings – Fünf Ideen

  • Verwenden Sie verschiedene Bilder für Posts zu ein und demselben Thema.
  • Spielen Sie Posts mit unterschiedlichen Texten aus.
  • Schauen Sie sich an, welche Posts bei welcher Zielgruppe erfolgreich waren und entwickeln Sie Ihre Postings so weiter.
  • Nutzen Sie verschiedene Landingpages und messen Sie deren CR.
  • Versenden Sie Ihren Newsletter an Gruppe A mit einem anderen Betreff als an Gruppe B.

 

Noch drei Bonustipps vom Social Media Marketing Bootcamp

  1. Lagern Sie negative Userkommentare aus. Lucas Hoffmann empfiehlt, einen eigenen Kanal für böses Feedback wie z. B. Beschwerden zu erstellen. Dafür besonders gut geeignet: Twitter. Und warum? Hier kann pro Post nur mit 140 Zeichen gemeckert werden.
  2. Informieren Sie sich regelmäßig in den informativsten und aktuellsten Blogs wie z. B. Buffer Blog, Hubspot Blog, Social Media Examiner, Copyblogger
  3. Verwenden Sie Tools, die wirklich weiterhelfen, wie z. B. Buffer, Hootsuite, Followerwonk, Socialbakers, Buzzsumo
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