Andreas Kaufmann, Autor auf spacedealer Online Marketing Blog Wed, 28 May 2025 13:11:49 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.4.7 Google bewertet Content neu: Was die Search Quality Guidelines 2025 für B2B-Unternehmen bedeuten https://www.online-marketing.de/google-bewertet-content-neu-was-die-search-quality-guidelines-2025-fuer-b2b-unternehmen-bedeuten/ https://www.online-marketing.de/google-bewertet-content-neu-was-die-search-quality-guidelines-2025-fuer-b2b-unternehmen-bedeuten/#respond Mon, 12 May 2025 09:25:53 +0000 https://www.online-marketing.de/?p=22963 Die im Januar 2025 überarbeiteten Google Search Quality Rater Guidelines (QRG) markieren eine klare Verschärfung im Umgang mit irreführenden Inhalten, Fake-Expertenprofilen und überoptimiertem KI-Content. Wer als B2B-Unternehmen online sichtbar bleiben möchte, muss sich stärker denn je auf glaubwürdige Inhalte und nachvollziehbare Erfahrung stützen. Die neuen QRG ziehen eine deutliche Grenze zwischen echtem Mehrwert und strategisch […]

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Das Wichtigste in Kürze

  • E-E-A-T wird zur Eintrittskarte für Sichtbarkeit: Google erwartet Inhalte mit nachweisbarer Erfahrung, echter Fachkenntnis und transparenter Urheberschaft. Wer das systematisch umsetzt, stärkt seine organische Präsenz langfristig.
  • Täuschende Inhalte funktionieren – kurzfristig: KI-Profile, erfundene Bios oder überzogene Claims können Rankings erzeugen – sind aber selten skalierbar. Updates oder Nutzerreaktionen holen diese Seiten schnell ein.
  • KI ist ein Werkzeug – kein Ersatz für Substanz: Automatisierter Content ohne redaktionelle Prüfung wird nicht abgestraft, aber auch nicht belohnt. Wer echte Erfahrungen einbindet, kann KI gewinnbringend einsetzen.
  • Durchkommen ist nicht gleich durchsetzen: Wer nur auf „funktioniert erst mal“ setzt, wird keine dauerhafte Sichtbarkeit aufbauen. Sichtbarkeit entsteht da, wo Inhalte relevant, nachvollziehbar und vertrauenswürdig sind.

Täuschung wird zum Risiko – auch ohne direkte Abstrafung

Google hat die Definition von „Deceptive Purpose“ (Täuschungsabsicht) deutlich ausgeweitet. Gemeint sind Inhalte, die gezielt falsche oder irreführende Erwartungen wecken – etwa durch:

  • Gefälschte Bewertungen oder Erfahrungsberichte
  • Websites, die sich als neutrale Testportale ausgeben, aber monetäre Interessen verschleiern
  • Übertriebene Versprechen oder manipulativ gestaltete CTAs

Im B2B trifft das vor allem Seiten, die durch strukturierte Inhalte Autorität suggerieren – aber keine fachliche Tiefe oder Erfahrung vorweisen. Wer Vertrauen nur simuliert, kann kurzfristig gewinnen, baut aber keine belastbare Sichtbarkeit auf.

Fake-EEAT: Wenn Autorität nur behauptet wird

Ein zentraler Punkt der neuen Guidelines ist der Umgang mit vorgetäuschter Expertise – sogenanntem Fake-EEAT. Google bewertet Inhalte mit unechten Autorenprofilen, KI-generierten Bildern oder fingierten Qualifikationen zunehmend negativ.
Was früher als legitimes Content-Marketing durchging – etwa das Anlegen fiktiver Autoren für Landingpages oder die Erfindung von „Produktberatern“ – wird heute als Täuschung klassifiziert.
Besonders kritisch:

  • Falsche akademische Titel oder Berufsbezeichnungen
  • Behauptete Standorte oder Unternehmensteams, die nicht existieren
  • Autorenbilder aus Stock-Datenbanken ohne Realbezug

Für B2B-Shops, Agenturen und Dienstleister bedeutet das: Authentizität schlägt Konstruktion. Nur wer zeigt, wer tatsächlich hinter dem Content steht, erfüllt Googles Anspruch an Transparenz und Vertrauenswürdigkeit.

KI-Texte: Zwischen Hilfe und Irreführung

Google stellt klar: KI-generierte Inhalte sind zulässig – aber nicht neutral. Inhalte, die ohne fachliche Prüfung oder Kontext veröffentlicht werden, gelten laut QRG als „Lowest Quality“. Damit ist nicht die Technologie das Problem – sondern der Einsatz ohne Verantwortung.
Was häufig übersehen wird: Auch in nicht-regulierten Bereichen wie Industrie oder Software kann generischer KI-Content problematisch sein – etwa wenn keine Erfahrung, kein Projektbezug oder keine nachprüfbare Quelle erkennbar ist.
B2B-Unternehmen sollten deshalb prüfen:

  • Ist der Text inhaltlich korrekt und nachvollziehbar?
  • Steht eine echte Person für den Inhalt ein?
  • Gibt es einen Bezug zur Unternehmensrealität?

Wer diese Fragen mit „Ja“ beantworten kann, hat gute Chancen, auch mit KI-gestütztem Content zu überzeugen – wenn nicht, bleibt Sichtbarkeit oft aus.

Und außerhalb der YMYL-Themen?

In klassischen B2B-Bereichen wie Industrie, SaaS oder E-Commerce gelten zwar nicht dieselben strengen Maßstäbe wie im Finanz- oder Gesundheitssektor – doch auch hier sendet Google ein klares Signal: Wer Inhalte in großem Stil rein maschinell erstellt, ohne redaktionelle Kontrolle, wird kaum belohnt. Zwar droht keine manuelle Abstrafung, doch die Qualitätssignale bleiben aus – und mit ihnen oft auch die Sichtbarkeit.

Viele Seitenbetreiber kalkulieren dieses Risiko bewusst: „Es passiert ja nichts“ – und hoffen, trotzdem durchzukommen. Doch genau darin liegt das Problem. Denn: Wo keine erkennbar echte Expertise, Erfahrung oder Autorität sichtbar wird, entsteht auch kein Vertrauenssignal für Google. Kein Ausschluss, kein Penalty – aber auch kein Fortschritt im Ranking.

Ein Blick hinter die Kulissen: So ticken Googles Qualitätsprüfer

Google beschäftigt weltweit sogenannte Search Quality Rater, die nach einem strengen Leitfaden Inhalte bewerten – unabhängig davon, ob sie von Menschen oder Maschinen stammen. Die aktualisierten Guidelines von Januar 2025 zeigen:
„Erfahrung“ ist nicht gleich „Expertise“. Nur wer etwas tatsächlich ausprobiert, kann es nachvollziehbar erklären – und das wirkt sich auf die Qualitätseinstufung direkt aus.

Ein paar Beispiele aus dem Leitfaden:
BeispielArt der Erfahrung / ExpertiseBewertung laut Guidelines
„Ich nutze das Gerät seit 6 Monaten …“Erste-Hand-ErfahrungHoch
„Als Finanzberater sehe ich oft …“Berufliche ExpertiseHoch
Reiner KI-Text mit FaktenKeine menschliche ErgänzungMittel bis Niedrig
Herstellertext unverändert übernommenKeine Eigenleistung, keine zusätzliche InfoNiedrig bis Irrelevant
„Unser Produkt ist super!“ (vom Hersteller)InteressenskonfliktNiedrig (mangelnde Vertrauensbasis)

Übersetzt heißt das: Wer generische Inhalte ohne eigenen Bezug veröffentlicht – oder reine KI-Texte ohne menschliche Ergänzung online stellt –, wird es schwer haben, organisch zu ranken. Das gilt vor allem bei sensiblen Themen (YMYL), aber zunehmend auch in klassischen B2B-Bereichen wie Software, Produktion oder HR-Tech.

Was Google mit den Updates 2024/2025 verändert hat – kurz erklärt

Wichtige Neuerungen:

  • März 2024: Das „Helpful Content Update“ wurde Teil des Hauptalgorithmus. Inhalte, die „nur für Google“ produziert werden, werden herabgestuft.
  • August 2024: Kleine, authentische Seiten mit starker fachlicher Tiefe profitieren. Authority ist nicht mehr gleich Domain-Ranking.
  • März 2025: Einführung von AI Overviews in Deutschland – eine KI-Zusammenfassung direkt in den Suchergebnissen, die Inhalte auswertet, gewichtet und zitiert. Ein Gamechanger, gerade im B2B-SEO.

Was das für B2B bedeutet
Die Richtung ist eindeutig – aber nicht alles verändert sich sofort:

  • Wer fachlich guten Content ohne EEAT-Signale anbietet, wird oft übersehen.
  • Wer auf Masse mit generischen Texten setzt, kommt manchmal noch durch – aber nicht dauerhaft.
  • Wer KI nutzt, ohne menschliche Prüfung oder echte Perspektive, bleibt austauschbar.

Kurz gesagt:
Google belohnt nicht automatisch guten Content – aber schlechter Content wird langfristig abgewertet.

Was Google 2025 in den Quality Guidelines konkretisiert – eine Übersicht der neuen Schwerpunkte
AussageQuelle (Abschnitt QRG)
Google aktualisierte die QRG im Januar 20250.1 The Purpose of Search Quality Rating
Täuschende Inhalte und manipulative Designs führen zu AbwertungenAbschnitt 4.5.3 – „Deceptive Purpose“, „Deceptive Information“ und „Deceptive Design“
Fake-EEAT (z. B. erfundene Expertenprofile) wird negativ bewertetAbschnitt 4.5.2 & 4.6.6 – Bewertung von erfundenen Biografien, Stockfotos, KI-Autoren
KI-generierte Texte ohne redaktionelle Prüfung gelten als „Lowest Quality“Abschnitt 3.2 – Inhalte ohne Nachweis echter Expertise + 4.6.6 zu KI-Content und Autoren
Human Rater liefern keine direkten Rankings, beeinflussen aber die AlgorithmenAbschnitt 0.1 – Ratings dienen dem Training, nicht der Einzelplatzierung

Was Quality Rater wirklich bewirken – und warum es für Ihre SEO-Strategie relevant ist
Kurz gesagt: Die Rater vergeben keine Rankings.
Google setzt Quality Rater ein, um mithilfe der Search Quality Evaluator Guidelines (QRG) die Qualität von Suchergebnissen zu beurteilen. Sie prüfen, ob Inhalte glaubwürdig, nützlich und vertrauenswürdig sind – insbesondere im Hinblick auf E-E-A-T.

Diese Bewertungen fließen nicht direkt in die Rankings einzelner Seiten ein. Stattdessen dienen sie als Grundlage zur Entwicklung, Schulung und Feinjustierung der Suchalgorithmen. Google lernt dadurch, welche Inhalte Menschen als hilfreich und hochwertig empfinden – und passt das System entsprechend an.

Vergleich: Was sich geändert hat – und wie es sich auf B2B-Websites auswirkt

Änderung in den QRGBeispiel aus der PraxisAuswirkungen auf B2B-Shops
Täuschende Absicht „Deceptive Purpose“Fake-Testseiten, die Affiliate-Produkte bewerben, “Nur heute reduziert” obwohl das Produkt seit Monaten rabattiert istVerlust an Vertrauen, mögliche Herabstufung bei manipulativer Sales Kommunikation
Bewertung von Fake-EEAT InhaltenKI-Autor mit Stockbild und erfundener VitaAbwertung durch fehlende Glaubwürdigkeit
KI-Content ohne MehrwertProduktbeschreibung vollständig aus GPT übernommenBewertung als „Low“ oder „Lowest Quality“

Konsequenzen für Ihre Content-Strategie im B2B

Für Unternehmen im B2B-Umfeld bedeutet das vor allem: Inhalte müssen überprüfbar, erfahrungsbasiert und nachvollziehbar sein. Die Grenze zwischen gutem und manipulativen Content verläuft heute nicht mehr entlang des Textumfangs oder der Keyword-Dichte, sondern entlang von Transparenz und Authentizität.
Das heißt:

  • kein KI-Content ohne redaktionelle Prüfung,
  • keine fingierten Experten,
  • keine übertriebenen Produktversprechen,
  • keine versteckten Absichten im Layout oder in der UX.

Stattdessen zählen echte Erfahrungen: Case Studies, Kundenstimmen, Screenshots aus dem echten Betrieb, Feedback aus Projekten – all das ist jetzt nicht nur Marketingmaterial, sondern Rankingfaktor.

Handlungsempfehlungen für die Praxis

B2B-Unternehmen, die SEO ernst nehmen, sollten ihre Content-Strategie an fünf Punkten ausrichten:

  • Content regelmäßig evaluieren: Was generisch klingt, wird überlesen – oder algorithmisch entwertet.
  • Praxis zeigen: Inhalte aus realen Projekten, mit Screenshots, Kundenbezug oder Zahlen verankern.
  • KI nutzen – aber nicht blind: Texterstellung unterstützen, aber redaktionell prüfen und ergänzen.
  • Urheberschaft klären: Jeder Inhalt braucht eine zuordenbare Quelle – mit Namen, Funktion und Bezug zum Unternehmen.

Bonus-Tipp: So prüfen Sie Ihre bestehenden Inhalte
Eine einfache Frage hilft beim Qualitätscheck:
„Würde ich diesen Text auch jemandem im echten Gespräch so erzählen – oder merkt man, dass er für ein Ranking geschrieben wurde?“

Wenn Sie ins Stocken geraten oder merken, dass der Text nur auf Keywords und generischen Claims basiert, lohnt sich eine inhaltliche Überarbeitung – idealerweise mit menschlicher Perspektive und echten Erfahrungen.

Zusammenfassung

Die Google-Richtlinien 2025 machen klar: Content muss mehr können als Keywords bedienen. Im B2B reicht es nicht, über Produkte zu schreiben – man muss zeigen, wie man sie nutzt, warum man sie empfiehlt und wer dahinter steht.
Glaubwürdigkeit entsteht nicht durch technische Perfektion, sondern durch nachvollziehbare, relevante und ehrliche Inhalte. Wer das ernst nimmt und KI als Redaktionshilfe statt als Content-Automat nutzt, wird langfristig belohnt: mit Sichtbarkeit, Vertrauen und Wirkung.
Wenn du dein Content-Team auf E-E-A-T-Kurs bringen willst: Schreib mir. Oder schreib’s selbst – aber mit Erfahrung.

Quellen zur weiteren Vertiefung:

Google Search Quality Evaluator Guidelines (Januar 2025, englisch)
Google Search Central Blog
Search Engine Journal
SEO Südwest

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Goodbye Google Cache: (M)ein Abschied von einem liebgewonnenen SEO-Tool https://www.online-marketing.de/goodbye-google-cache/ https://www.online-marketing.de/goodbye-google-cache/#respond Thu, 26 Sep 2024 07:53:11 +0000 https://www.online-marketing.de/?p=20377 Manchmal trifft Google Entscheidungen, die einem die Luft anhalten lassen – und Anfang 2024 war es mal wieder so weit. Der Google Cache, für viele von uns ein treuer Begleiter, ist Geschichte. Als SEO-Experte habe ich dieses Tool oft verwendet, um ältere Versionen von Webseiten zu sehen, technische Probleme zu analysieren oder einfach eine Seite […]

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Manchmal trifft Google Entscheidungen, die einem die Luft anhalten lassen – und Anfang 2024 war es mal wieder so weit. Der Google Cache, für viele von uns ein treuer Begleiter, ist Geschichte. Als SEO-Experte habe ich dieses Tool oft verwendet, um ältere Versionen von Webseiten zu sehen, technische Probleme zu analysieren oder einfach eine Seite zu überprüfen, die temporär nicht erreichbar war. Es war ein digitales Fenster in die Vergangenheit, das uns half, tiefere Einblicke in die Google-Indexierung zu bekommen. Und jetzt ist es weg.

„Es war eine unserer ältesten Funktionen, aber heutzutage sind Webseiten zuverlässiger geworden, weshalb wir uns entschieden haben, den Cache einzustellen.“
Danny Sullivan auf X

Die Cache-Links wurden bereits Anfang 2024 aus den Suchergebnissen entfernt, und nun wurde auch der Cache-Suchoperator („cache:xyz.com“), einer unter SEOs bekanntesten Google Suchoperatoren, vollständig deaktiviert.

Warum, Google, warum?

Google selbst begründet die Entscheidung damit, dass der Cache heute überflüssig sei. Es mag stimmen, dass das Internet stabiler geworden ist. Doch seien wir ehrlich: Die Cache-Funktion hat uns geholfen, nicht nur offline gegangene Seiten zu sehen, sondern auch Versionsverläufe und Veränderungen von Seiten nachzuvollziehen. Ganz zu schweigen von den Stunden, die uns der Cache erspart hat, wenn mal wieder die Server eines Kunden gestreikt haben.

Die SEO-Community reagiert

Die Reaktionen der SEO-Experten auf Plattformen wie X oder Reddit lassen sich mit einem Wort zusammenfassen: Frustration. Viele empfinden die Entscheidung als einen Rückschritt für die Arbeit im technischen SEO. Hier einige Stimmen aus der Community:

„Google Cache war ein unverzichtbares Werkzeug, um frühere Versionen von Webseiten zu sehen. Es ist, als hätte Google uns ein Stück Internetgeschichte gestohlen.“
– Ein Nutzer auf Reddit

„Wieder einmal zeigt Google, dass es keinen Wert auf die Bedürfnisse der SEO-Community legt. Wie sollen wir jetzt ohne den Cache testen, wie eine Seite zu einem bestimmten Zeitpunkt indexiert wurde?“
– Kommentar auf X

Für viele SEOs war der Cache mehr als nur ein technisches Feature – es war eine Rettungsleine, um das Verhalten von Google bei der Indexierung zu verstehen und Probleme mit Websites zu beheben, die temporär nicht erreichbar waren.

Und jetzt? Was tun ohne Google Cache?

Google selbst hat die Wayback Machine des Internet Archive als Ersatz ins Spiel gebracht. Aber mal ehrlich, wie viele von uns haben schon einmal eine komplett dynamische Seite in der Wayback Machine gesehen? Sie archiviert vor allem die großen, statischen Seiten, und oft sind die Snapshots unvollständig. Was wir wirklich brauchen, ist ein schneller Zugriff auf ältere Versionen aller Seiten – und das kann die Wayback Machine nicht immer liefern​
Natürlich gibt es noch Tools wie die Google Search Console, die über das URL-Inspektions-Tool detaillierte Informationen darüber bietet, wie Google eine Seite indexiert. Doch das hilft uns nur bei eigenen Seiten – für fremde Webseiten ist das leider keine Option.

Mein Fazit: Eher ein Rückschritt für die SEO-Welt

Google mag zwar sagen, dass die Cache-Funktion überflüssig sei, aber für viele von uns ist sie nach wie vor ein wichtiges Instrument. Es fühlt sich an, als ob wir einen digitalen Schatz verloren haben. Ein Tool, das uns nicht nur Zeit gespart hat, sondern auch Klarheit darüber verschaffte, wie Google Webseiten sieht und verarbeitet.

„Es fühlt sich an, als hätten wir ein Werkzeug verloren, das uns stets den Rücken freigehalten hat.“
– Ein Kommentar auf Reddit

Klar, wir müssen uns weiterentwickeln und an neue Werkzeuge gewöhnen. Aber das macht den Verlust nicht weniger schmerzhaft. Google Cache, du wirst uns fehlen. Vielleicht gibt es in der Zukunft einen würdigen Nachfolger. Bis dahin heißt es: Auf Wiedersehen, alter Freund.

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OMKB Berlin 2022 – Ein nicht ganz ernst gemeinter Recap https://www.online-marketing.de/omkb-berlin-2022-recap/ https://www.online-marketing.de/omkb-berlin-2022-recap/#respond Thu, 07 Apr 2022 16:17:40 +0000 https://www.online-marketing.de/?p=9508 Ein Tag, 35 Expert:innen aus der Online Marketing Branche. Live vor Ort in der Mutterstadt Berlin – Inklusive kostenloser Verpflegung. Vegan. Angeblich vorher von freilaufenden Menschen getestet und für gut befunden. Wir hörten den Ruf und besuchten dieses Event vor Ort. Treffpunkt für führende Top Experten und Entscheidungsträger aus Digital Business, Marketing und Innovation wollten […]

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Ein Tag, 35 Expert:innen aus der Online Marketing Branche. Live vor Ort in der Mutterstadt Berlin – Inklusive kostenloser Verpflegung. Vegan. Angeblich vorher von freilaufenden Menschen getestet und für gut befunden. Wir hörten den Ruf und besuchten dieses Event vor Ort.

Treffpunkt für führende Top Experten und Entscheidungsträger aus Digital Business, Marketing und Innovation wollten wir dort treffen. Davon haben wir einige wenige gesehen – aber die C Level hatte wohl doch besseres zu tun. So waren dort abseits der Bühnen in erster Linie junge Online Marketer – und solche die es werden wollen. Anfänglich mit einigen leeren Stuhlreihen in großen, aber schönen Räumen vor Ort.

Einführung ins Thema (Bye Corona)

Lange ist’s her. Da gab es buchstäblich jeden Monat Veranstaltungen, Konferenzen, und magische Barcamps für Networking und gesellschaftliche Teilhabe. Dann war lange nichts. Dann – eher aus der Not geboren – die ersten rein virtuell stattfindende Events als Ersatz. Redner vor buchstäblich leeren Bühnen – live gestreamt ins heimische Homeoffice. Auch nett, aber irgendwie war doch jeder für sich allein. Familie/ Partner/ Anhang im Hintergrund mal ausgenommen. Und das virtuelle Parship (“Jetzt mit einem zufälligen Eventteilnehmer chatten”) hatte wohl nur wenige – und wenig nachhaltige Matches zur Folge.

Auf einmal die Überraschung: Corona in der aktuellen Version 7 ist eigentlich harmlos, wir brauchen Masken nur auf freiwilliger Basis und überhaupt: So rein virtuelle Veranstaltungen sind doch nicht “das wahre”. Wir brauchen wieder echte Konferenz Schnittchen, und nicht die fertigen aus dem Penny.

In unserem Kreuzberger headquarter kam eine kleine E-Mail: Kostenloses Upgrade verfügbar! Während ich mich schon im nächsten Malediven Urlaub in der ersten Klasse wähnte, stellte sich heraus, es handelt sich in Wirklichkeit um eine Online Marketing Präsenzveranstaltung. Ich hatte mich dort aus alter Gewohnheit erstmal virtuell angemeldet. Aber namhafte Experten, kostenloser Eintritt und all you can eat – Schnittchen – das ist doch zu verlockend. #Live Is Life

Einziges ungewöhnliches Detail: Eine “No Show” Gebühr von 80 Euro. Aha, da hat unser generöser Veranstalter Think11 aus Osnabrück doch Sorge, dass der eine oder die andere vielleicht doch aus alter Corona Gewohnheit bucht, aber dann doch nur auf die Aufzeichnung wartet. Aber nicht das Online Marketing Blog Team.

Aber zurück zum Anfang: Beim Reinkommen gabs erst mal das t3n Magazin in Neonfarben auf allen Bistrotischen. Und das hatte zufälligerweise den Titel #Web3 – wie Blockchain und Dezentralität das Internet revolutionieren. Eine Anspielung: The Revolution will not be centralized – im Original: “televised” vom schwarzen Bürgerrechtler Gil Scott-Hero. Passt doch zu so einer hippen Veranstaltung – Revolution. Das Originalzitat ist schon etwas älter (1969) – genauso wie das Magazin – vom 3.Quartal 2021 – aber das merkt ja doch keiner: Das Cover ist cool – wird eingesteckt.

Hier gleich mal einige Impressionen aus dem BCC am Alexanderplatz:

spacedealer live @ OMKB
spacedealer live @ OMKB
Panel auf der Main Stage
Panel auf der Main Stage

Kommen wir zur eigentlichen Konferenz. Übrigens: Was Du bestimmt noch nicht wusstest: Diese Veranstaltung war/ist übrigens auch eine Art Mitglieder Rekrutierungsveranstaltung für das Karrierenetzwerk XING. Wir kennen und lieben alle dieses Portal. Ist es dem Herausforderer LinkedIn doch in Bezug auf Mitgliederzahl, Kosten und Leistung so etwas wie haushoch überlegen (?). Jetzt mag der eine oder die andere Teilnehmer/in einwerfen: “Echt, von irgendwas im Zusammenhang mit XING habe ich nichts gemerkt” – Das kann sein. Aber das ändert sich schlagartig, wenn du dich mit einer E-Mail Adresse registriert hast, die (noch) nicht bei XING registriert ist – Dann gibt quasi als “Event Goodie” eine kleine Überraschung – zumindest bei mir. Aber dazu später…

Und jetzt: Das worauf wir tatsächlich warten: Die Session Reviews

 

Björn Radde – The Future of Digital Marketing – T-Systems International

Leider habe ich die Eröffnungs Session von Björn Radde (T-Systems International) nicht beiwohnen können. Dabei hätte das wirklich zum Thema der T3N gepasst: Welche Innovationen beeinflussen das digitale Marketing und welche Entwicklungen existieren für die Zukunft. Mist. Das hätte ich gerne gehört.

 

Andre Alpar als Keynote Speaker – Fireside Chat

Für Uneingeweihte – wie mich – ein “fireside chat” (Kamingespräch) bezeichnet eine kleine, informelle Zusammenkunft zu einem bestimmten Thema. Die Gestaltung soll eine persönliche Atmosphäre gewährleisten und produktive Gespräche fördern. Der Begriff leitet sich übrigens aus den “fireside chats”, den Radioansprachen des US-Präsident Franklin D. Roosevelt ab. Start der Session mit einem Geständnis: Andre ist nicht begeistert von Online-Meetings. (Dachten wir uns schon) – Aber dann gehts Schlag auf Schlag. Noch ein Geständnis:

„Als Business Angel investiere ich mehr in die Person als in das Geschäft an sich”
(Andre Alpar, Investor)

Klingt nobel und sollte Vorbildcharakter haben. Bei der “Höhle der Löwen” wär er damit wahrscheinlich schon disqualifiziert, aber hier: Nice. Kleine Anekdote: Bei dem genannten Investment handelt es sich um feine kubanische Zigarren. Soweit ich weiß, raucht Andre nicht. Dies mag vielleicht erklären, warum Andrej mehr in Menschen als „in Produkte“ investiert. (…) ;o)

Dann ging es um automatisierte Texte – genauer gesagt, um die Frage, ob künstliche Intelligenz (KI) in Zukunft unsere Storys und Produktdatenblätter schreibt. Für die Nerds unter den Lesern: Es ging um den von OpenAI erstellten Generative Pre-Trained Transformer 3 (GPT-3).

Spoiler: Ohne Redakteure gehts auch in Zukunft vorerst nicht. Während der Produktdaten-Bereich und beratender Content recht gut automatisiert werden kann, kommt die KI beim Geschichten erzählen recht schnell an an seine Grenzen. Der Grund ist auch, dass künstliche Intelligenz meist vorhandene Texte zum Thema als inhaltliche Basis analysiert und diese nur mehr oder weniger schön kopiert. Für eine Aufbereitung (“Entschlüsselung des Themas”) ist ein Redakteur aber aktuell noch unumgänglich.

Abschuss des Kamingesprächs ist eine sehr tiefgehende Feststellung zum Thema Mensch Maschine Interaktion. Es geht um Gestensteuerung beim Handy mit einer Hand:

“Mein Daumen und das Handydisplay “matchen” beim swipen einfach nicht
– das kann doch NICHT DIE BESTE LÖSUNG sein”.
(Andre Alpar, Investor)

 

Wenn man sich das mal überlegt: Ja, diese seltsam aussehende Interaktion mittels Daumen/Zeigefinger und Handydisplay wurde uns antrainiert – eine natürliche Bewegung ist das eigentlich nicht. Klingt simpel, aber diese letzte Erkenntnis blieb irgendwie doch in meinem Langzeitgedächtnis hängen. Etwas Innovatives muss gerade bei den Alltagsdingen ansetzen. Quasi “Voice First – not only” weitergedacht. Das ist irgendwie tatsächlich ein revolutionärer „da sind wir noch nicht weiter“ Gedanke. Danke Andre!

 

Sven Hasselmann - CMO Deutsche Bahn @ OMKB
Sven Hasselmann – CMO Deutsche Bahn @ OMKB mag coole Kampagnen für „seine“ Zielgruppe Generation Z – Er gibt auf Nachfrage aber zu: Für die DB ist so offene Selbstironie eher noch nicht geeignet – Ach, darauf wären wir nie gekommen…

 

Jan Pötzsche – The Power of High Performance Content – oder wie Content zum Konzerterlebnis wird

Bei so vielen Superlativen konnte ich nicht anders: In diesen Vortrag musste ich rein. Meine Kunden fordern immer “Erlebnisse” für ihre Zielgruppe (Besonders wenn es um B2B Produkte wie etwa ERP-Software oder Online-Messmittelverwaltung geht). Und High Performance – Das klingt irgendwie nach was Besonderem, nach Geheimrezept und Wettbewerbsvorteil. Und der erste Satz von Jan ging genau in die Richtung:

“Bei vielem Content fällt mir auf, das er für die Tonne produziert ist”
(Jan Pötzsche, Semcona)

Gefühlt 70% – 80%. Was dann folgte waren allerdings eher die Basics einer normalen Suchmaschinenoptimierung. Aber mit schönen Folien eines lauten Rockkonzertes.

Start bei der Auswahl der Konzert Location (hier: Wo kommt mein Nutzer eigentlich her), dann die Auswahl der Bühne (stellvertretend für die Basis Optimierungen – Überschriften, strukturierte Daten, interner Link Juice etc), der Ton (hier genannt ARTS – Accessible, Relevant, Technically Important und Satisfactory), die Band (Erwartungshaltung der Fans – User Intent, User generated content), FOH “Front of House” – Bereiche, die für das Publikum zugänglich sind” (Content Formate, transaktionale Produkte und informelle non branded search terms) und natürlich: die “Crowd” (User Signals – Verweildauer, Abbruchrate, Seitentiefe).

Auf der Folie zum Thema Relevanz war im Hintergrund Mick Jagger zu sehen – er schrie geradezu: “I can get no satisfaction” – ging mir auch irgendwie so. Auf die Frage, woher man denn die erwähnte Relevanz für seinen Rockstar Content bekommt, war die Antwort: Wir nutzen da eine selbstprogrammierte Software. DAS erklärt also alles.

Summary: Gute Zusammenfassung auf was man beim Content und der Webseite achten sollte. Nicht mehr – auch nicht weniger. Hab ich aber alles irgendwo schon mal gehört. Keine Revolution. Kein echtes Rockstar Gefühl für meine ERP-Software.

Daniel Weilar – Attention & Education mittels In-Game-Advertising

In- Game- Advertisement ist zwar nicht meine Kerndisziplin, aber ein Seitenblick auf diese Zunft erweitert bestimmt meinen Horizont: In Game Advertising – Das klingt doch mal nach etwas Interessantem. Also ab in die nächste Session. Angekündigt mit “Lernen und Spaß müssen sich nicht ausschließen” – (Hatte ich genau dieses Versprechen nicht auch meinen Eltern gegeben, als ich meinen ersten PC Spiele Computer auf meine Wunschliste setzte? Gelernt habe ich aber eher wenig nützliches, sondern eher, das sich kreative Begründungen auf dem Wunschzettel auszahlen). Mal sehen, ob es hier genauso ist…

Unser Speaker Daniel aus Stockholm fällt durch sein Äußeres schon ein bisschen auf. Grosse Statur, elegantes Jackett mit Einstecktuch, gepflegter Bart mit leichten Weiß-Ansatz, gegelte schwarze Haare, leicht gebräunter Teint und weiße Sneaker. So stelle ich mir die männliche Hauptrolle mit Cabrio in einem Rosamunde Pilcher Film vor – ich bin gespannt.

Zunächst eine Abhandlung, wann wir als Verbraucher überhaupt schäbige Werbung (“lousy advertising”) akzeptieren – Antwort: Wir wollen einen Mehrwert, also relevante Werbung oder Unterhaltung. Dem kann man wohl ungeprüft zustimmen.

“It’s always the other guy, who has a strange taste”

(Daniel Weilar, Sventertainment/ Primetime)

Die Spannung im Raum steigt, als die Vorteile von Ingame Werbung erörtert werden: Ungeteilte (!) Aufmerksamkeit und ein besonderes positives Erlebnis. Wow, das hätte ich nie mit meinem (herkömmlichen) ERP Software Werbebanner erreicht. Wie geht das? Was ist das Geheimnis?

„Consumers become Ninjas to avoid the ad – Where is the cross?“.
(Daniel Weilar, Sventertainment/ Primetime)

Die beworbene Ingame Werbung ist tatsächlich eine Wissens-App, in welcher man wertvolle “Punkte” besonders bei regelmäßigen Live Online Events ergattern kann. Und in der Zeit vor dem eigentlichen Event, den “Countdown” zum Start – da hat man die ungeteilte Aufmerksamkeit und kann sein Produkt/Dienstleistung mit exklusiven Angeboten über die charmante Live Moderatorin mit einfließen lassen. Ok. Nice.

Durften wir auch alle mal erleben – “Ladet euch alle unsere App runter und seid live dabei”. Waren wir. Auf die Minute pünktlich startete der “Live Countdown” und wir sahen die live moderierte Wissensshow. Hat Spaß gemacht, aber ob dieses Event – wie von Daniel anfänglich versprochen – einen nachhaltigen Einfluss auf Online Sichtbarkeit und Verkäufe hat – Ich glaube dazu reichen ein kurzer Countdown mit zwar vielen Zuschauern aber ohne jeden Bezug zum beworbenen Produkt eher nicht aus. Oder doch?

Thomas Peham – Guardians of the Content Galaxy: So navigierst du dein Team auf dem kopflosen Planeten

Wow, das ist wohl der Session Titel, der am wenigsten verrät, worum es hier tatsächlich geht. “Galaktische Einblicke in die Content Challenges” versprach der Introtext. – Aber wer hier Navigationshilfen für einen Planeten in Panik und Verwirrung (“kopflos”) erwartete, war am falschen Platz.

Hier ging es im Endeffekt um “das erste headless CMS das sowohl für Entwickler als auch für Marketers geeignet ist”. Aha. Klingt nach was interessantem. Und für die nicht Techniker unter den Lesern: Ein headless CMS hat nur ein Backend, aber kein Frontend (Head). Ein Headless-CMS macht Inhalte über eine API für die Anzeige auf jedem Gerät ohne integrierte Front-End- oder Präsentationsebene zugänglich. Wieder was gelernt.
Die geschilderten “galaktischen Einblicke” waren dann doch nur Prozentzahlen: Wie wichtig Webseiten Performance und Marketing ROI sind und welche digitalen Geräte wir bespielen. Ich hatte doch irgendwie was anderes erwartet. Aber hier gings nur um das Produkt. Diese Session hat meine Konferenz Intention Neugier auf neues leider nicht wirklich befriedigt. Trotzdem eine interessante Technologie

Ben Harmanus – Diversität im Marketing als globaler Wachstumshebel

Ich gebe es zu: Ich besuchte diese Session nicht wegen des Titels, sondern eher wegen des Referenten. Und Hubspot ist immer ein Garant für Mehrwert. Oder? Ich sollte nicht enttäuscht werden. Ben unterscheidet sich von den „typischen“ Referent/-innen. Ben ist eher ruhig und überlegt aber seine Reflexionen sind interessant – der ideale Schwiegersohn. Und der einzige Speaker, welcher sich auch leise politisch positioniert: Blaues Hemd und eine Fliege (sein Markenzeichen) – knallgelb.

OMKB Vortrag von Ben Harmanus
OMKB Vortrag von Ben Harmanus – Head of Brand Marketing EMEA bei Hubspot – Der „Richtig Genderer“ mit Farben Statement seiner Kleidung

Zu Beginn ein Funfact: Er war beim bekannten Kinofilm “The Hunger Games” in zwei Folgen als Statist mit dabei – und belegt es mit einem Setfoto. Allerdings gibt er mit einen stillen Lächeln gleich zu bedenken:

„Aber wenn ihr mich finden wollt – findet mich lieber bei LinkedIn!“
(Ben Harmanus – Hubspot)

Ob das XING als Veranstalter so gut findet? Egal. Aufmerksamkeit ist jetzt da. Auch waren auf dem Szenenbild einige Gesichter – und keines davon trug eine Fliege. Unmöglich, ihn dort auf Anhieb zu entdecken. Dann doch besser zum Hauptthema des Abends: Das Thema Diversität.

Hier ist eine kleine Auffrischung für alle (einschließlich mir als Marketer), die nicht oft genug wiederholt werden kann: Diversität ist unglaublich vielfältig und sollte auch so im Marketing berücksichtigt werden. Und: Diversität spiegelt nicht nur Geschlecht, sondern eben auch auch Alter, Herkunft, Religion und mehr. Sie spiegelt die echte Gesellschaft wieder. Auch schmücken sich viele Unternehmen damit, offen und fortschrittlich zu sein. Auf allen Unternehmens Kanälen werden Unternehmenswerte betont und inkludierende Formulierungen verwendet. Aber in der Praxis sieht das meist anders aus. Hier offenbart der schöne Schein erste Risse: Deshalb auch das klare Feststellung

“Der Fisch denkt immer vom Kopf aus- und das sind die C-Level”
(Ben Harmanus – Hubspot)

Wenn das Thema Diversität nicht die Wertschätzung und aktive Unterstützung der Geschäftsführung findet (Forderungen hier: Aufnahme in den Strategieplan – Festsetzung von Meilensteinen und messbaren Zielen), ist es immer noch fast unmöglich Diversität aktiv zu leben. Hat er recht. Und welche Rolle spielen Ambassadors, Hosts, Speaker, Gäste aber auch die Content Creator in diesem Zusammenhang?

Es folgt ein Plädoyer, auch das eigene Unternehmen (Hubspot) ständig zu hinterfragen. Und auch Ben erlebte als “Diversitäts-Experte” unangenehme Überraschungen. Gut gemeinte Diversität (hier z.B. eine Konferenz/ Podcast Reihe nur mit Frauen als Experten – die CX Spotlight) kann auch genau das Gegenteil erreichen: Weil auf der Webseite „nur“ Frauen abgebildet waren, fühlten sich auch nur Frauen angesprochen. Männer fühlten sich nicht willkommen. Gar nicht. Aber dann kam die Marketing “Lösung”: Eben nicht nur Frauen auf allen Bildern – sondern auch mal einen Mann.

Schaut mal hier den Page Header an: https://www.cxspotlight.de/ – Ist der hier abgebildete Mann Zuhörer, Moderator oder Ambassador? Wer weiß das schon – aber Ziel erreicht: Inklusion. Obwohl, ehrlich gesagt: Sein Gesicht ist fast doppelt so groß wie das der Damen dargestellt. Hier könnte man noch etwas zum Thema „nonverbale Botschaft“ hineininterpretieren- oder hatte man Angst, das er sonst mit so viel Damen „untergeht“!?  ;o)

Ich fand diesen Vortrag trotzdem einen guten und inspirierenden Ausklang zur Veranstaltung. Danke Ben!

Resümee

So, jetzt ist die Veranstaltung vorbei. Trotz einiger freier Plätze ging der Tag doch viel zu schnell um. Die Location – besonders die Conference Stage – fand ich echt schön. Die Technik hat gut funktioniert. Die Sessions fand ich ok, die Werbung für das eigene Unternehmen/ Leistung war doch meist wohl der Hauptgrund für einen reisserischen, aber meist nicht wirklich aussagekräftigen Session- Titel, aber das ist ok. Wer nicht übertreibt, geht leicht im Trubel verloren.

Nachwort

Unangenehm fand ich das Vorgehen von XING. Es wurde automatisch ein Konto mit meinem Namen/ Email Adresse erstellt, Kontaktvorschläge und News gesendet. Meine Anfrage/Bitte um Löschung an den Kundendienst wurde wie folgt beantwortet: Es ist eine XING Veranstaltung, also brauche ich ein XING Konto. Ist das euer Ernst? Wenn ich auf eine „die Grünen“ Veranstaltung gehe, muss ich grünes Mitglied werden?

Ich habe übrigens schon lange ein XING Account. Ich überlege, es deshalb zu kündigen. Schade, der XING Marketing Newsletter ist eigentlich ganz gut.

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